Brain-Gym®

nach Paul E. Dennison


Das Wort „educational“ stammt von dem lateinischen „educere“ ab und bedeutet „herauslocken, anleiten oder entwickeln“. Das Wort „Kinesiologie“ leitet sich von der griechischen Wurzel „kinesis“ (Bewegung) ab und bezeichnet ursprünglich die Lehre von Mechanik und Anatomie im Zusammenhang mit den Bewegungen des Menschen. Die Educational Kinesiology (Edu-K) ist demnach ein Programm, das Lernende in die Lage versetzten soll, sich mithilfe bewusster, gezielter Bewegungen ihr angeborenes Potenzial verfügbar zu machen.

Edu-K unterstützt den Menschen, Lernbereitschaft zu entwickeln, und fördert damit die Herausbildung der folgenden Hauptbereiche menschlicher Erfahrung:

 

·  Körperliche Fertigkeiten oder Aspekte des Lernens: Dieser Begriff (für ein Edu-K spezifisches     Konzept) bezieht sich auf die sensomotorische „Mechanik“, die die Basis jeder kognitiven schulischen   Fertigkeit bildet.

·  Selbstregulierung: Diese Fähigkeiten, für sich selbst zu sorgen, Initiative zu ergreifen und sich     selbst zu organisieren, werden am besten durch Bewegung und soziale Interaktion erlernt.

·  Strukturiertes Spiel: Interaktionen mit anderen Menschen oder mit Gegenständen unter einem   bestimmten Thema, das einen kreativen Kontext für die Entfaltung von Lernen durch bewusste   Bewegung bereitstellt.

·  Symbolisches Denken: Geistiger Verarbeitungsprozess, in dem man konkrete körperliche   Erfahrungen dadurch wiedergibt, dass man sie in Wörter und Bilder umsetzt.

·   Ästhetische Wertschätzung: Die Wahrnehmung von Schönheit und anderen sensorisch-   emotionalen Werten, die in Bereichen wie Natur, Kunst und koordinierter Bewegung erfahren werden.


Bewegung ist für alle Menschen von grundlegender Bedeutung, unabhängig vom Alter und vom körperlichen Zustand. Die 26 Brain-Gym® Übungen fördern mit gezielten Bewegungen jede Form des Lernens.

 

Die Übungen sind darauf ausgelegt, entsprechend den individuellen Bedürfnissen nach und nach neue Fertigkeiten der Bewegung und der Sinneswahrnehmung zu entwickeln. Sie sollen mit Leichtigkeit und mit Bewusstheit durchgeführt werden – zwingt man den Muskeln neue Bewegungsmuster auf, so besteht die Gefahr der Überforderung, und die Philosophie von Brain-Gym® schließt jede Form von Zwang aus.

 

Aus der Sicht von Brain-Gym® hat das Zusammenwirken von Körper und Geist nichts Statisches, es ist vielmehr ein dynamischer Prozess, und dies spiegelt sich auch im Sprachgebrauch wieder.

Lernen wird als Funktion gesehen und nicht als etwas, was mit Etiketten versehen oder nach festen Kriterien beurteilt wird.

 

 

Drei einfache Leitgedanken für Lernen durch Bewegung

 

Kinder lernen von Natur aus durch Spiel und Bewegung. Diese Aktivitäten fördern die Entwicklung grob- und feinmotorischer Fertigkeiten, die strukturiertes Denken ermöglichen.

 

Erfolgreiches Lernen beginnt mit dem bewussten Wahrnehmen von Ungleichgewicht oder Unstimmigkeit. Auf eine solche Erfahrung folgen die Phasen des Ausprobierens, des Schaffens neuer Assoziationen im Gedächtnis und einer neuen Ebene des Gleichgewichts, auf der eine Aufgabe zum Abschluss gebracht und für künftige Situationen abgespeichert wird.

 

Lernende jeden Alters können einmal ins Stocken geraten und das Gefühlt haben „festgefahren“ zu sein. Dies geschieht dann, wenn der natürliche Drang zu handeln und zu einem neuen Gleichgewicht finden, durch Stress, Verletzung oder Ängste gestört wird, spezielle Übungen wie die „26“ können die Wiederherstellung des Bewegungsimpulses unterstützen.

Quelle: Brain-Gym® - das Handbuch 


Wichtiger Hinweis

Kinesiologische Techniken sind Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kinesiologie bietet eine ganzheitliche und umfassende Betrachtungsweise z.B. bei körperlichen Problemen an.

 

Kinesiologie kann eine fachgerechte Abklärung gesundheitlicher Beschwerden durch Ärztin oder Arzt nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.